Eine junge Frau mit Schutzbrille bedient eine Fräsmaschine mit einer Fernbedienung.

Tüfteln erwünscht!

Im Ausbildungscenter dürfen eigene Lösungswege erprobt und Fehler gemacht werden. Auszubildende und dual Studierende erhalten bei STIHL nicht nur eine erstklassige Ausbildung, sondern auch die Möglichkeit, an besonderen Projekten mitzuwirken. Bei der Restaurierung eines Gokarts oder beim Schweißen einer Skulptur aus 500 Einzelteilen wachsen die Lernenden zu Innovatorinnen und Innovatoren heran.

Sorgfältig zieht Marc Münzenmay eine der Schrauben fest, die den gelben Kunststoffsitz mit dem roten Rahmen verbinden. Der Industriemechaniker im ersten Ausbildungsjahr arbeitet konzentriert an dem historischen Gokart, der im Ausbildungscenter von STIHL restauriert wird. „Immer, wenn ich eine Pause von unseren Pflichtaufgaben brauche, kann ich an dem Gokart schrauben“, erzählt er. Das Gefährt stammt aus dem Besitz von Willy Schetter, der mit STIHL Gokarts – wenn auch nicht mit diesem Exemplar – zweimal Deutscher Meister wurde. „Man hat schon Respekt vor so einer Rarität und geht daher mit besonders viel Feingefühl ans Werk“, sagt Marc Münzenmay. Konzentration, Sorgfalt und Fingerspitzengefühl sind Fähigkeiten, die der Auszubildende bei diesem besonderen Projekt üben kann. Doch das sind nicht die einzigen Kompetenzen, die er sich dabei aneignet.

Ein junger Mann setzt das Lenkrad auf ein rot lackiertes Gokart-Gestell.

Marc Münzenmay setzt die restaurierten Gokart-Teile wieder zusammen.

Nahaufnahme von zwei Händen, die eine Schraube an einem Gokart festziehen.

Bei der Restaurierung des Gokarts ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Detailaufnahme von Einzelteilen eines Gokarts mit der Beschriftung „Felge vorne“.

Alle Einzelteile des Gokarts wurden demontiert und sorgfältig gereinigt.

Nahaufnahme des demontierten Motors, daneben das Lenkrad und der Sitz des Gokarts.

Das Herzstück des Gokarts: der Motor – ursprünglich von einer Motorsäge.

Innovation ist Alltag

Das selbstständige Arbeiten am Gokart gefällt Marc Münzenmay. Auch weil er dabei herausgefordert sei, kreative Lösungen zu entwickeln: „Einige Teile saßen extrem fest, und natürlich durften wir sie nicht mit roher Gewalt aufbrechen. Wir mussten uns überlegen, wie wir die Teile sauber voneinander trennen, ohne sie kaputt zu machen.“ In solchen Situationen, findet der Auszubildende, könne er schon im ersten Ausbildungsjahr innovativ sein: neue Lösungen finden, um Dinge besser zu machen.

„Wir lernen hier unglaublich viel in kurzer Zeit.“

Marc Münzenmay Auszubildender zum Industriemechaniker im ersten Ausbildungsjahr

Diese Aussage bestätigt Emma Wieland: „Es gibt immer wieder Situationen, in denen wir etwas ausprobieren können. Auch wenn ein Weg vorgegeben ist, findet man oft einen eigenen, besseren.“ Sie ist bereits im dritten und letzten Ausbildungsjahr zur Industriemechanikerin. Eigenständiges Denken, um bessere Lösungswege zu entdecken, oder neue Technologien nutzen und dadurch Abläufe effizienter gestalten – das ist für sie Innovation im Alltag. „Und das wird in unserer Ausbildung gefördert.“

Praxisnahes Studium

Bei STIHL gibt es nicht nur Berufsausbildungen: Rund die Hälfte der Lernenden in Waiblingen sind dual Studierende. Die aktuell neun angebotenen Studiengänge reichen von Maschinenbau über Informatik bis Digital Business Management. Die Studierenden sind jeweils abwechselnd blockweise drei Monate im Betrieb und an der Universität. Die praktische Arbeit im Unternehmen ist sehr wichtig, wie Ausbildungsleiterin Miriam Höfer ausführt: „Eine Ingenieurin muss wissen, wie man beispielsweise eine Fräsmaschine bedient, um sich mit den Facharbeitern unterhalten zu können und ein Verständnis für deren Arbeit zu haben.“ Alle dual Studierenden bei STIHL haben die Möglichkeit, ein Praxissemester im Ausland zu verbringen. „Die USA sind dafür sehr beliebt, wobei auch das neue Akku-Werk in Rumänien und weitere STIHL Gesellschaften weltweit tolle Einsatzmöglichkeiten bieten“, verrät Miriam Höfer.

Jeder Fehler eine Chance

Grundlage der Innovationsförderung ist laut Ausbildungsleiterin Miriam Höfer eine Kultur, in der Fehler als Lernchancen verstanden werden. „Fehler müssen passieren, damit wir sie reflektieren und aus der Erfahrung lernen können.“ Dafür erarbeiten sich die Auszubildenden viele Kompetenzen selbst. So durchlaufen Marc Münzenmay und die anderen Lernenden in der Grundausbildung gerade eine Projektphase, an deren Ende eine funktionsfähige Murmelbahn entstehen soll. Dabei arbeiten Auszubildende aus allen Berufsgruppen – von Kaufleuten über alle technischen Ausbildungsberufe hinweg – in Teams zusammen, setzen ihr eigenes Projektmanagement und eine Personalplanung auf, kalkulieren, produzieren und präsentieren. An solchen Projekten wachsen die Lernenden besonders schnell, weiß Miriam Höfer aus Erfahrung.

Ausbildungsleiterin Miriam Höfer setzt auf eine breite Palette an Lehr- und Lernmethoden.

„Wir möchten unseren Auszubildenden und dual Studierenden alles mitgeben, um über sich hinauszuwachsen.“

Miriam Höfer Ausbildungsleiterin bei STIHL in Waiblingen

Wachstum ist ein wichtiges Stichwort für die Ausbildungsleiterin. „Im Mittelpunkt steht die fachliche Qualifizierung. Daneben bieten wir unseren Lernenden aber noch sehr viel mehr, um am Ende sagen zu können: Wir haben sie gut ausgebildet.“ Dazu gehört auch der Erwerb von persönlichen und sozialen Kompetenzen. Fester Bestandteil der Ausbildung sind gemeinnützige Einsätze, unter anderem für die Tafel Waiblingen. Dazu kommen beispielsweise Kooperationen mit der Feuerwehr, KI-Workshops, Praxissemester im Ausland oder Gesundheitsmodule, in denen man etwa lernt, mit Stress umzugehen. Dieser bunte Strauß an Angeboten dient dazu, den Lernenden wichtige Zukunftskompetenzen wie Selbstständigkeit, Eigenverantwortung oder Offenheit für Neues zu vermitteln.

Zusatzqualifikationen fördern Kreativität

„Die Berufswelt verändert sich heutzutage sehr schnell. Je breiter die Berufseinsteiger aufgestellt sind, umso flexibler können sie sich auf Veränderungen einstellen“, ist Miriam Höfer überzeugt. Deshalb bietet STIHL auch Zusatzqualifikationen an. Eine solche hat Emma Wieland in additiver Fertigung erworben. Die Teile, die sie im 3D-Drucker herstellt, werden unter anderem für Geräteprototypen verwendet. „Ich kann dabei viel Kreativität einfließen lassen, weil der Drucker ja genau das umsetzt, was ich mir vorstelle – und das kann ein völlig neues Teil sein, das eine ganz bestimmte Aufgabe erfüllt.“

Kreativität war auch bei einem regelrechten Kunstwerk gefragt, das Emma Wieland am Ende ihres ersten Ausbildungsjahres gefertigt hat: eine überlebensgroße Säge aus schätzungsweise 500 kleinen Metallteilen. „Ich dachte mir, bevor diese alten Prüfungsteile weggeworfen werden, kann ich das Material ja verarbeiten“, erzählt sie. Stück für Stück zusammengeschweißt, ergaben die Teile ein über 170 Kilogramm schweres Motorsägenmodell, das mit Griff, Tankdeckel, Lüftungsgitter, Schiene und Kette dem Original hinsichtlich Komponenten, Proportionen und Optik sehr nahekommt. Der Blickfang steht an prominenter Stelle am Eingang des Ausbildungscenters. „Ich freue mich immer, wenn mich jemand darauf anspricht“, sagt Emma Wieland.

Eine junge Frau und ein junger Mann spielen Tischkicker.

Auch in der Pause – zum Beispiel an dem von Auszubildenden selbst gebauten Tischkicker – lassen sich Kompetenzen erwerben.

„Ich bin schon stolz auf das, was ich selbst gemacht habe.“

Emma Wieland Auszubildende zur Industriemechanikerin im dritten Ausbildungsjahr
Eine junge Frau steht hinter einem überlebensgroßen Modell einer Motorsäge.

Emma Wieland mit ihrem Kunstwerk, einem 170 Kilogramm schweren Sägenmodell.

Im dritten Ausbildungsjahr arbeitet Emma Wieland nicht mehr im Ausbildungscenter, wo die Grundausbildung stattfindet, sondern in einer Fachabteilung. Die Lernenden durchlaufen während der Ausbildung oder dem dualen Studium unterschiedliche Fachabteilungen, in denen sie jeweils etwa drei Monate im Einsatz sind. Die Lieblingsabteilung von Emma Wieland ist der Sondermaschinenbau, wo Produktionsmaschinen für die STIHL Werke weltweit gefertigt werden. Am liebsten würde sie nach ihrer Ausbildung in dieser Abteilung arbeiten. „Aber auch Werkzeugbau oder Geräteentwicklung mache ich gern, weshalb ich nicht so wählerisch bin“, sagt sie und lacht.

70 Prozent bleiben im Betrieb

STIHL bietet in Waiblingen aktuell sieben Ausbildungsberufe und neun duale Studiengänge an. Auch an den anderen Standorten in Deutschland werden Lernende ausgebildet. Rund 70 Prozent von ihnen starten nach ihrer Ausbildung oder ihrem dualen Studium direkt bei STIHL ins Berufsleben; andere bilden sich noch weiter – etwa mit einem Bachelor nach der Ausbildung oder einem Master nach dem dualen Studium – oder schlagen andere Karrierewege ein. Auf der STIHL Karriere-Website gibt es mehr Informationen zum kompletten Ausbildungsangebot.

Begegnung auf Augenhöhe

Wer wie Emma Wieland kurz vor dem Abschluss steht, hat das Rüstzeug in der Tasche, um zur echten Innovatorin zu werden. Auch Marc Münzenmay schätzt an der praxisorientierten Ausbildung bei STIHL, dass die Lernenden ermutigt werden, Neues auszuprobieren und ihre Ideen umzusetzen. Aus seiner Sicht ist eine Grundlage dafür auch die menschliche Seite: „Die Ausbilder sind immer für uns da und begegnen uns auf Augenhöhe.“

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Auszubildende und dual Studierende bildet STIHL pro Jahrgang im Stammhaus aus.

Eine junge Frau und ein junger Mann sitzen in einer Sitznische; über ihnen steht der Schriftzug „Ausbildungscenter“.]

Emma Wieland und Marc Münzenmay schätzen auch die menschliche Seite ihrer Ausbildung.

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