STIHL hat in der Vergangenheit so manches Gerät hergestellt, das es heute nicht mehr gibt. Kennst du sie alle? Und vor allem: Erkennst du sie? Teste hier dein Bildergedächtnis und dein Wissen über STIHL.
Nischenhelden
Sie alle haben ihren Platz in der Geschichte und dazu beigetragen, dass sich STIHL heute auf seine Kernkompetenzen konzentrieren kann: Überraschende Produkte, unverhoffte Ausflüge in fremde Nischen, pragmatische Entwicklungen – aus der Not geboren oder aus Leidenschaft verwirklicht. Einblicke in das Kuriositätenkabinett vergangener Helden.
Saubere Sache
Not macht erfinderisch, heißt es so schön. Und tatsächlich sind bei STIHL einige Geräte und Maschinen aus wirtschaftlichem Druck entstanden. Ein Paradebeispiel: die Waschmaschine. Ja, richtig gelesen. In der Werbung wird sie als „Freundin der Hausfrau“ angepriesen: „Groß in der Leistung – Klein im Verbrauch …“, und ganz wichtig: „… trotzdem billig“.
Das sind natürlich keine Waschvollautomaten wie heute, sondern motorbetriebene Rührmechanismen, die auf den Waschkessel aufgesetzt werden. Ab 1932 sind die Geräte echte Kassenschlager, auch weil sie in Raten bezahlt werden können. Sie werden hergestellt, weil die Motorsägen während der Wirtschaftskrise in Deutschland schlecht Absatz finden und das Exportgeschäft erst im Aufbau ist. Zur Überbrückung sozusagen. Nachdem ab Mitte der 1930er-Jahre die Nachfrage nach Motorsägen wieder steigt, ist die Waschmaschine bereits 1937 Geschichte.
„Die Freundin der Hausfrau“, Motorwaschmaschine von STIHL (1932).
Reveal STIHL
Erkennst du die historischen Geräte von STIHL auf Anhieb? Finde es heraus mit unserem Fotorätsel.
Schweres Gerät
Etwas länger überdauert der Ackerschlepper von STIHL, ein leichter, preiswerter und vielseitig einsetzbarer Traktor: 14 Jahre lang, von 1949 bis 1963, werden Schlepper gefertigt. Auch diesmal sind es die Absatzschwierigkeiten bei den Motorsägen, jetzt in der Nachkriegszeit, die Andreas Stihl zur Entwicklung des Schleppers bewegen.
Allerdings läuft es erstmal nicht so rund wie mit den Waschmaschinen. Traktoren, auch wenn es kleine sind, brauchen viel Platz in der Fertigung – für die Montage wird extra eine neue Werkshalle gebaut – und verursachen anfangs hohe Entwicklungskosten. Ärgerlich ist, dass es bei den ersten verkauften Exemplaren wegen einer Fehlfunktion der Ölpumpen zu Reklamationen kommt. Danach entwickeln sich die Verkaufszahlen des Schleppers erfreulich. Doch in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre übernehmen große Traktorenhersteller den Markt, die Schlepper sind für STIHL ein Defizitgeschäft, weshalb sie 1963 ausgedient haben. Übrigens: Im Original begutachtet werden kann ein Schlepper heute in der STIHL Markenwelt.
Auch in der Forstwirtschaft kommt der Schlepper alsbald zum Einsatz (undatiert, vermutlich um 1950).
Ein Fan starker Motoren
Rein aus der Not geboren sind die Schlepper vermutlich nicht. Denn Andreas Stihl ist ein Fan von großen und starken Motoren. Die Schlepper sind sein Steckenpferd. Auch deshalb überdauern sie 14 Jahre im STIHL Sortiment – bis Andreas Stihls Kinder, Eva und Hans Peter Stihl, ihren Vater überzeugen können, sich von den Traktoren zu verabschieden.
Rationalisierung im Wald
Eng verknüpft mit dem Schlepper ist der in den 1960er-Jahren produzierte Rückewagen. Er wird oft gemeinsam mit dem kleinen Schlepper von Kunden aus der Forstwirtschaft gekauft und zum Transport von Holz aus dem Wald genutzt. Auch er fällt schließlich der Fokussierung von STIHL auf Motorsägen zum Opfer, allerdings etwas später als der Schlepper. Der Rückewagen wird im Katalog „Forsttechnik“ von 1967 angepriesen zur Steigerung der Rentabilität von Schichtholz, Stangen oder Schwachholz.
Im Prinzip handelt es sich dabei um einen Anhängerwagen mit kippbarem Aufbau in unterschiedlichsten Ausführungen. Als „Begriff für Rationalisierung“ ermöglicht er, dass das Holz schon im Wald sinnvoll sortiert und gebündelt werden kann. Das spart mehrere Arbeitsschritte und damit Zeit und Kraft.
Siegreiche Ära
Ein weiteres Gefährt befindet sich unter den vergangenen Helden der STIHL Geschichte – das in der Familie Stihl für kurze Zeit zum beliebten Hobby wird: der Gokart. Hans Peter Stihl und sein Schwager Willy Schetter sind leidenschaftliche Gokart-Piloten.
Die Begeisterung für den neuen Motorsport schwappt 1959 von den USA nach Europa – und STIHL gehört zu den ersten Gokart-Motoren-Herstellern in Deutschland. Dafür wird der Motor der STIHL Contra „aufgemotzt“, wie es in einem Rückblick in der Zeitschrift für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „Blick ins Werk“ von 1981 heißt.
wird Willy Schetter Deutscher Gokart-Meister.
Es ist eine aufregende Zeit voller sportlicher Erfolge und großer Hoffnungen – die aber enttäuscht werden: Nach der ersten Begeisterung verschwindet der Gokart in der Nische, die Sportart spezialisiert sich zusehends und ist ab 1963 nicht mehr interessant für STIHL. Man konzentriert sich lieber auf das gut laufende Motorsägengeschäft.
Auch wenn die Gokarts die Aufmerksamkeit von STIHL nur kurz beanspruchen: Das „Aufmotzen“ der Motoren ist wohl für die Weiterentwicklung der Contra von Vorteil. Gut möglich, dass andere Nischenhelden ebenfalls einen positiven Einfluss auf langlebigere Geräte haben – obwohl sie selbst nicht überdauern, weil ihr Absatz zu klein ist oder ihre Dienste nicht mehr benötigt werden.
Helfer im Eis
Gestatten: die Eissäge. Ein sehr praktisches Gerät, wenn man Eisplatten aus einem gefrorenen See herauslösen will – sei es zum Bau einer Bobbahn, zur Kühlung von Bier oder sogar zur Befreiung eingefrorener Schiffe. Die Eissäge mit Benzinmotor lässt sich dank eines Schlittens ganz leicht über das Eis ziehen oder schieben. Die Kette frisst sich laut Werbeprospekt „in wenigen Sekunden“ durch bis zu 60 Zentimeter dickes Eis.
Die Eissäge von STIHL ist auch in Hafenanlagen ein wichtiger Helfer. Mit wenigen Handgriffen lässt sie sich von der horizontalen Transportstellung in die vertikale Sägestellung bringen (um 1950).
Komfortable Bedienung
Auch das tragbare Einmann-Entrindungsgerät STIHL RG 16 hat es nicht in die Gegenwart geschafft. Dabei ist das Entrinden dadurch „fast so leicht wie das Sägen mit der Motorsäge“, teilt ein Prospekt mit. Das Gerät bewegt sich mit eigener Kraft auf dem Stamm und schält die Rinde in breiten Bahnen ab.
Trotz der komfortablen Handhabung wird die STIHL RG 16 nach nur vier Jahren 1972 ausgemustert.
Das Entrindungsgerät kommt laut Werbung von 1970 „den Idealvorstellungen der Waldarbeiter sehr nahe“.
Das neue Einmann-Entrindungsgerät STIHL RG16 Auszug aus dem Werbeprospekt„Der Bedienungsmann hat das Gerät nur festzuhalten und zu steuern – mehr nicht.“
Es gibt noch weitere unverhoffte Nischenhelden von STIHL. Ihnen sei an dieser Stelle gedacht. Sie alle sind Zeugen des unternehmerischen Erfindungsreichtums, von schwierigen und frohen Zeiten, teilweise auch von Fehlgriffen und erfolglosen Versuchen. Manchmal muss man etwas ausprobieren und scheitern, um schlauer zu werden. Zum Beispiel, um zu verstehen, dass es eine Stärke sein kann, sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren.
Welches Gerät wird gezeigt? Klicke auf den orangen Button, um die nächste Kachel aufzudecken. Je weniger Klicks du zum Erkennen des Geräts brauchst, umso besser.
0%