Dr. Nikolas Stihl und Tamino Soubawi unterhalten sich vor einem modernen Gebäude mit den Schriftzügen „Markenwelt“ und „STIHL“.

Generationen im Dialog

Die STIHL Markenwelt in Waiblingen ist der Raum, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Unternehmens zusammenbringt. Es ist der ideale Ort, um ein einzigartiges Gespräch zwischen zwei Generationen zu führen: Dr. Nikolas Stihl, Beirats- und Aufsichtsratsvorsitzender von STIHL, trifft sich mit Tamino Soubawi, der als Jugend- und Auszubildendenvertreter die Fragen der jüngsten Generation bei STIHL im Gepäck hat. Zum Jubiläum wagen sie einen gemeinsamen Ausblick in die Zukunft.

Starke Produkte

Seit 1926 steht STIHL für wegweisende Produkte, die Menschen die Arbeit mit und in der Natur erleichtern. Die Digitalisierung und neue Technologien verändern die Geräte, aber auch den Service von STIHL. Im Ausstellungsbereich „Vision und Geschichte“ der STIHL Markenwelt nehmen Dr. Nikolas Stihl und Tamino Soubawi die Produktpalette unter die Lupe. Zwischen Ikonen der Vergangenheit erörtern sie, auf welche Stärken STIHL auch in Zukunft zählen kann. Bald unterhalten sie sich so angeregt, dass der vorbereitete Gesprächsleitfaden schnell nicht mehr benötigt wird. Gestartet wird aber mit einer Frage, die bei STIHL gern in internen Kennenlerngesprächen gestellt wird: Mit welchem STIHL Gerät identifizieren Sie sich?

Links vor einem braunen Gebäude mit der Aufschrift „Markenwelt“ gehen zwei Männer.

Dr. Nikolas Stihl (links) und Jugendvertreter Tamino Soubawi treffen sich zu einem in dieser Form bisher einzigartigen Generationengespräch in der STIHL Markenwelt.

Dr. Nikolas Stihl: „Wenn ich ein STIHL Produkt wählen müsste, das zu mir passt, wäre es ein Kombisystem, weil ich wie ein Schweizer Messer überall einsetzbar sein muss.“


Tamino Soubawi: „Ich würde eine Motorsäge wählen. Sie ist laut, zeigt eine gewisse Stärke und viele mögen sie. Eine der legendärsten Motorsägen ist natürlich die Contra. Von ihr habe ich schon einige Exemplare im Wald im Einsatz gesehen.“


Dr. Nikolas Stihl: „Zur damaligen Zeit war die Contra unschlagbar, was ihre Leistungsfähigkeit angeht. Das haben wir auch dem Gokart zu verdanken, der hier neben der Contra hängt. Über die Arbeit im Rennsport haben wir es Anfang der 1960er-Jahre geschafft, den Motor der Contra vollgasfest zu machen.“


Tamino Soubawi: „Mich erstaunt es nicht, dass die Contra Kultstatus erlangt hat, denn sie verkörpert die Qualität und Langlebigkeit, für die STIHL steht. Solche Produkte kennen unsere Kundinnen und Kunden aus Opas Schuppen und sie wissen: Dieses Gerät ist 20, 30 oder sogar 50 Jahre alt und funktioniert noch tadellos.“


Dr. Nikolas Stihl: „Und nicht nur die Contra lässt sich noch heute reparieren. Das ist eine Ausprägung von Nachhaltigkeit, auf die wir sehr großen Wert legen.“

Dr. Nikolas Stihl und Tamino Soubawi im Gespräch; im Hintergrund hängt ein Gokart an der Wand.

Tamino Soubawi und Dr. Nikolas Stihl zwischen historischen Produkten wie Contra und Gokart. Im Gespräch erörtern sie: Innovation geschieht oft in mehreren Schritten.

Dr. Nikolas Stihl und Tamino Soubawi im Gespräch zwischen ausgestellten Motorsägen und anderen Geräten von STIHL.

Tamino Soubawi: „Nachhaltigkeit wird in Zukunft noch wichtiger. Glauben Sie, dass unsere neuen Akku-Geräte, in denen viel mehr Elektronik steckt, das gleiche Potenzial haben, so lange durchzuhalten?“


Dr. Nikolas Stihl: „Absolut. Wir können schon heute ältere Modelle unserer Akku-Geräte mit modernsten Akkus betreiben – und umgekehrt in neuen Geräten die Akkus der allerersten Serie verwenden. In dem Bereich betreiben wir großen Aufwand, weil es ein so wichtiger Aspekt von Nachhaltigkeit ist. Die Akku-Technologie ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, wie wir Innovation betreiben: Als wir erkannten, dass Akkus bald leistungsfähig genug sein würden, um unsere Geräte anzutreiben, sind wir frühzeitig in die Entwicklung von Akku-Packs und passenden Geräten eingestiegen. Das war der größte Schritt. Danach haben wir immer wieder Verbesserungen vorgenommen – in kleinen Schritten von 1,5 auf heute 4 Kilowatt Leistung. Indem man Innovationen kontinuierlich weiterentwickelt, kommt man erst richtig weit.“

Was Dr. Nikolas Stihl jungen Mitarbeitenden rät, die kreative Ideen haben ...

Steter Wandel

Die Welt ist schnelllebig geworden, Rahmenbedingungen können sich von einem Tag auf den anderen ändern. Wie begegnen wir dem Wandel? Wie gestalten wir ihn? Veränderung ist Teil der DNA von STIHL, was auch viele Produkte bezeugen, die auf der obersten Ebene der STIHL Markenwelt ausgestellt sind. Angesichts des Traktors, der hier an der Wand hängt, werden gute und verrückte Ideen zum Gesprächsthema.

Dr. Nikolas Stihl und Tamino Soubawi im Gespräch; im Hintergrund hängt ein Traktor senkrecht an der Wand.

Manche gute Idee ist irgendwann überholt, so die Lehre aus der Schlepperproduktion.

Tamino Soubawi: „Es verändert sich ständig etwas und man muss Schritt halten, sei es bei den eigenen Qualifikationen oder auch bei den Produkten. Und manchmal muss man Bäume fast bis auf den Stamm zurückschneiden, damit sie neu sprießen können. Daran muss ich denken, wenn ich hier den Schlepper an der Wand sehe. Dessen Produktion wurde eingestellt, damit sich STIHL wieder voll auf die Motorsäge konzentrieren konnte.“


Dr. Nikolas Stihl: „Richtig. Es ist wichtig, dass man erkennt, wann etwas verändert werden muss. Für mich ist das eine der wichtigsten Fähigkeiten, die man als Unternehmen entwickeln muss: So weit in die Zukunft zu schauen, dass man die Veränderung selbst in der Hand hat und nicht gezwungen wird von äußeren Umständen – weil dann wird es meistens unangenehm.“


Tamino Soubawi: „Das ist aber sehr schwierig. Schließlich weiß keiner, was kommt.“


Dr. Nikolas Stihl: „Ja, aber man kann mit Neugier durch die Welt gehen, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten und sie neu kombinieren.“

Tamino Soubawi: „Die Erfolgreichsten sind wahrscheinlich zuvor am häufigsten hingefallen. Man widerlegt vielleicht seine These und sieht, dass der Ansatz falsch war. Dabei kann man aber auch neue Entdeckungen machen.“


Dr. Nikolas Stihl: „Und manchmal muss man sich von einer Idee verabschieden, um sich einer anderen zu widmen. So war es auch mit den Schleppern: Es war eine gute Idee, sie zu produzieren. Aber als die Konkurrenz leistungsfähigere Traktoren herstellte, war es sinnvoll, sich auf das zu konzentrieren, was STIHL am besten kann: Motorsägen. Wenn man etwas besser kann, als alle anderen, ist das meistens ein guter Ausgangspunkt, um erfolgreich zu sein.“


Tamino Soubawi: „Denken Sie, dass wir auch in Zukunft auf dem Markt so gut bestehen können?“


Dr. Nikolas Stihl: „Nun, in naher Zukunft werden wir produktiver werden müssen, denn es gibt neue Mitbewerber mit guten Produkten, die teilweise viel günstiger sind, weil sie in China produzieren. Diesen Kostennachteil müssen wir über höhere Produktivität auffangen. Wir müssen auch Wege finden, um Bereiche wie IT oder Administration produktiver zu machen, als sie heute sind. Da könnte auch KI eine Chance sein. Ich bin davon überzeugt, dass uns das gelingt, weil wir kreativ und umsetzungsstark sind. Wir können bestimmte Dinge, die andere auf der Welt nicht können. Sie wissen ja, dass wir auch ein recht erfolgreiches Maschinenbauunternehmen sind – sei es mit unseren Maschinen für die Kettenmontage oder den Magnesiumdruckguss. Gleichzeitig glaube ich nicht, dass unsere Kundschaft sich so rasch verändert, dass wir da nicht hinterherkommen.“

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Tamino Soubawi und Dr. Nikolas Stihl im Gespräch.

Neugierig sind beide, auch auf die Meinung des anderen: Dr. Nikolas Stihl und Tamino Soubawi im Gespräch.

Dr. Nikolas Stihl und Tamino Soubawi im Gespräch.

Arbeiten in der Zukunft

Schritt halten. Die Art und Weise, wie wir arbeiten, hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Und auch der Arbeitsmarkt verändert sich. Welche Berufe wird es in Zukunft noch geben und in welcher Form? Tamino Soubawi und Dr. Nikolas Stihl werfen einen tiefen Blick in die Arbeitswelt bei STIHL. Deren Basis – die Ausbildung – müsse auch in Zukunft attraktiv bleiben, finden beide.

Dr. Nikolas Stihl: „Sie sind als Elektrotechniker bei uns in der Instandhaltung angestellt. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?“


Tamino Soubawi: „Wir führen Regelwartungen und Reparaturen an unseren Anlagen durch und müssen auch kurzfristig zur Stelle sein, wenn eine Maschine ausfällt. Deshalb muss ich mich sehr flexibel auf alle möglichen Situationen einstellen können, mich schnell in Themen einarbeiten und die unterschiedlichsten Maschinen kennen. Das ist herausfordernd, aber auch sehr interessant. Ich denke, Elektrotechnik ist auch in Zukunft ein spannender Beruf. Gleichzeitig stellt sich mir und vielen jungen Leuten die Frage, welche Berufe in Zukunft relevant sind, und welche abgelöst werden durch KI oder weitere Automatisierung. Wie sieht Ihre Einschätzung dazu aus?“


Dr. Nikolas Stihl: „Die Antwort gefällt vielleicht nicht jedem: Alle Berufe müssen sich darauf einstellen, sich kontinuierlich anzupassen. Von meinem Studium, das ich Mitte der 1990er-Jahre abgeschlossen habe, kann ich heute kaum noch etwas brauchen. Wir müssen uns auf das lebenslange Lernen einlassen – in Zukunft vermutlich noch mehr als bisher. Zu lernen, wie man lernt, ist sicherlich eine der wichtigsten Fähigkeiten, die man aus der Ausbildung mitnehmen kann. Und wir als Unternehmen haben die Verantwortung, das zu ermöglichen.“

Warum die Berufsausbildung als Karriereweg zukunftsfähig ist …

Tamino Soubawi: „Wenn Sie in meinem Alter wären und hier in unserem Unternehmen zum Beispiel gerade Ihre Ausbildung machen würden, worauf würden Sie in der heutigen Zeit als junger Mensch Ihren Fokus setzen?“


Dr. Nikolas Stihl: „Ich glaube, ich würde mich sehr für Mechatronik interessieren. Denn einerseits liebe ich die Mechanik und andererseits faszinieren mich die Möglichkeiten, die man mit Elektronik und elektronischer Steuerung hat. Die Kombination daraus finde ich sehr spannend. Als gelernter Ingenieur hat mich die Begeisterung für Technik nie verlassen.“

Portraitfoto von Tamino Soubawi.

„Die Berufsausbildung ist eine sehr gute Basis für eine Karriere. Das müssen wir den jungen Leuten vermitteln.“

Tamino Soubawi Jugend- und Auszubildendenvertreter
Portraitfoto von Dr. Nikolas Stihl

„Der Wohlstand in Deutschland beruht auch darauf, dass wir die ganze Bandbreite an Karrierepfaden haben – von der Berufsausbildung über duale Bildungswege bis zum Studium.“

Dr. Nikolas Stihl Beirats- und Aufsichtsratsvorsitzender

Gemeinsame Werte und Wertschätzung

Die Leidenschaft für Technik ist beiden Generationenvertretern gemeinsam. Genauso haben beide einen starken Bezug zu STIHL als Familienunternehmen – Dr. Nikolas Stihl von Haus aus, Tamino Soubawi durch gemachte Erfahrungen. Zum Schluss ihres Rundgangs finden sie in der Unternehmenskultur weitere verbindende Werte.

Dr. Nikolas Stihl: „Was hat Sie eigentlich seinerzeit bewogen, sich ausgerechnet bei uns zu bewerben?“


Tamino Soubawi: „Ich hatte viele Bekannte, die sehr positiv über STIHL als Arbeitgeber gesprochen haben – auch in der Hinsicht, dass eine Familienkultur gelebt wird und man sich hier wie zu Hause fühlen kann. Das war für mich ein ausschlaggebender Punkt. Und ich mache die Erfahrung, dass es tatsächlich so familiär ist: In der Ausbildung habe ich mich mit jedem gut verstanden, ich konnte mit allen auf Augenhöhe kommunizieren. Das habe ich sehr zu schätzen gelernt.“


Dr. Nikolas Stihl: „Empfinden Sie das nach Ihrer Ausbildung weiterhin so?“


Tamino Soubawi: „Ja. Wenn ich durchs Werk gehe, sehe ich überall bekannte Gesichter und werde nett gegrüßt. Da fühle ich mich wirklich wie zu Hause und als junger Mitarbeiter wertgeschätzt. Wenn ich wegen einer Anlagenstörung gerufen werde, wird meine Expertise als Instandhalter ernstgenommen.“


Dr. Nikolas Stihl: „Das heißt, man traut Ihnen etwas zu und Sie können das, was Sie gelernt haben, vollumfänglich anwenden. Dieses Vertrauen in die Mitarbeiter ist sehr wichtig.“


Tamino Soubawi: „Absolut, das stärkt einen im Arbeitsalltag. Ich habe als Elektriker nicht gelernt, wie man jedes elektrische Problem konkret löst. Sondern ich habe die Grundbausteine mit an die Hand bekommen, um schlussfolgern zu können und Lösungswege zu erarbeiten.“


Dr. Nikolas Stihl: „Genau das ist die richtige Kompetenz. Und dazu gehört auch Kreativität. Es freut mich, dass Sie diese Wertschätzung spüren. Denn es bedeutet für mich, dass in Ihrem Umfeld die Werte, die wir als Eigentümerfamilie vertreten, tatsächlich gelebt werden.“

„Ich möchte mich für das Gespräch bedanken. Ich schätze es immer sehr, wenn ich mich mit Mitarbeitern unterhalten kann.“

Dr. Nikolas Stihl Beirats- und Aufsichtsratsvorsitzender
Dr. Nikolas Stihl und Tamino Soubawi stehen auf einer Brücke umgeben von Bäumen.

Auch nach dem gemeinsamen Besuch der STIHL Markenwelt reißt der Dialog der Generationen nicht ab.

„Auch mir war es eine große Freude. Ich glaube, es ist sehr wichtig, im Austausch zu bleiben. Und ich bedanke mich im Namen der ganzen Jugend.“

Tamino Soubawi Jugend- und Auszubildendenvertreter

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