Eine Fotocollage mit Wayne Sutton, Hans Peter Stihl und Sam Madsen.

Handels­familie —
mehr als Gene

Das Familienunternehmen STIHL pflegt Partnerschaften auf Augenhöhe. Die Verbundenheit ist bei langjährigen Fachhändlern, die nicht selten selbst als Familienbetriebe agieren, besonders gut spürbar. Sie sind ein entscheidender Faktor des weltweiten Erfolgs von STIHL. Zwei Händler aus den USA berichten, wie sich die Liebe zur Motorsäge mit familiärem Zusammenhalt und erfolgreichem Geschäftssinn verbindet. Denn gerade in Nordamerika, dem „Kontinent der Holzfäller“, sind Kundenbindung, Vertrauen und Service neben exzellenten Produkten besonders wichtig, um den Markt anzuführen.

Als Wayne Sutton das Foto einer silbernen Halskette zeigt, schwingt Begeisterung in seiner Stimme. „Sehen Sie die kleinen Motorsägen, die daran hängen? Es ist eine Motorsägenkette.“ Der 68-jährige US-Amerikaner hat sein ganzes Leben einem Thema gewidmet: STIHL Motorsägen. Die Halskette hat er für seine Frau anfertigen lassen. Sie ist somit doppelter Ausdruck von Liebe. „Meine Frau hat die Kette nie getragen, weil sie sich nicht viel aus Schmuck macht. Aber sie weiß, dass es ein Geschenk aus Liebe war“, erzählt der langjährige STIHL Händler.

Eine Halskette aus Kettensägen hängt um einen Kunsthals.

Die Halskette mit vielen kleinen Kettensägen ist ein Symbol für Wayne Suttons Liebe zur Motorsäge wie zu seiner Frau.

Wayne Suttons Liebe zur Säge beginnt im Wald. Sein Vater ist Holzfäller mit eigener Farm. „Wann immer ich konnte, saß ich auf einem Holzstumpf und schaute Papa dabei zu, wie er riesige, meterhohe Bäume fällte.“ Seine erste eigene Motorsäge erhält Wayne im Alter von sieben Jahren. „Als Kind waren Motorsägen mein täglich Brot, sie waren überall“, sagt er. Es ist daher kaum überraschend, dass ihn sein beruflicher Weg nach fünf Jahren bei der US Air Force noch als junger Mann zurück zur Säge führt. Als frischvermählter Ehemann benötigt er dringend Geld und verdingt sich beim örtlichen Sägenhändler. „Und innerhalb von zwei Wochen entschied sich der alte Inhaber, das Geschäft an mich zu verkaufen.“ Das Training auf der Holzfarm des Vaters hat sich ausgezahlt.

Ein Porträtfoto von Wayne Sutton.

„Mein Vater brachte mir das Schärfen von Ketten bei: weniger eine Wissenschaft als vielmehr eine Kunstform.“

Wayne Sutton Langjähriger STIHL Händler und Gebietsleiter für STIHL USA

Der Wald als Übungsplatz

Um den Wald drehen sich auch die Gedanken von Sam Madsen. Seine Augen leuchten, wenn er von seinem Forst berichtet. „Ich nenne meinen Ansatz der Waldbewirtschaftung ‚Bewahrung‘. Er erlaubt es mir, Ressourcen zu nutzen, aber auf eine ökologisch verantwortungsvolle Weise“, erklärt der langjährige STIHL Händler – einer von über 10.000 allein in den USA. Die Coal Creek Tree Farm ist seit rund 20 Jahren im Besitz des heute 69-Jährigen. Vor seiner Rente betreibt er sie neben seinem Motorsägen-Geschäft. „Die offizielle Begründung für den Kauf der Farm war ein Investment: Ich baue Bäume an, um das Holz zu verkaufen. Aber in Wahrheit mochte ich die Geräte, die wir im Shop verkaufen, schon immer. Die Farm ermöglichte mir, sie zu benutzen. Ich wurde selbst zu meinem besten Kunden.“

Davon profitiert auch Sam Madsens weitere Kundschaft: Da er die Geräte selbst nutze, kenne er sie in- und auswendig und könne daher jenen exzellenten Service garantieren, für den STIHL bekannt ist. Es sind diese Leidenschaft für das Produkt und die Liebe zum Detail, die STIHL Händler auszeichnen – und die Madsen’s Shop & Supply Inc. über Jahrzehnte und Generationen hinweg erfolgreich gemacht haben.

Sam Madsen als Kind mit Großvater und Motorsägen.

Sam Madsen wächst quasi im Shop seines Großvaters auf und begeistert sich früh für Motorsägen.

Madsen’s Shop & Supply von außen.

Schon 1970 entscheidet sich das Unternehmen für STIHL.

Sam Madsen am Telefon.

Madsen’s Shop & Supply gedeiht in den 1980er-Jahren unter Sams Führung.

Aufwachsen zwischen Motorsägen

Das Unternehmen, heute ein großer STIHL Händler, wird im Jahr 1946 vom dänischen Einwanderer Magnus Madsen, Sams Großvater, in Centralia, einer Kleinstadt im Südwesten des US-Bundestaats Washington, gegründet. Madsen’s Repair Shop, so der ursprüngliche Name, ist zunächst eine Kfz-Werkstatt und verkauft ab 1952 auch Motorsägen. Sams Vater Ralph, der den Betrieb nach dem Tod des Großvaters übernimmt, macht das Unternehmen 1970 zum STIHL Händler – vier Jahre vor der Gründung von STIHL Inc., der US-Tochter von STIHL. Im Jahr 1980 steigt Sam Madsen selbst ins elterliche Geschäft ein – und stößt den Kfz-Zweig ab, um sich ganz aufs Sägengeschäft zu konzentrieren.

Diese Entscheidung von Sam Madsen setzt Ressourcen frei. Das Familienunternehmen wächst in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich und verfügt heute über rund 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Als Sam Madsen davon erzählt, wie er das Unternehmen vor fünf Jahren verkauft und sich in den Ruhestand verabschiedet, schwingt ein wenig Wehmut mit. Heute ist es nicht mehr in Familienhand. „Aber das Unternehmen selbst ist eine eigene Familie“, sagt Sam Madsen. „Mir ist es wichtiger, dass unsere Kunden weiter bedient werden und dass die Mitarbeitenden, die uns ihr Arbeitsleben geschenkt haben, weiterbeschäftigt werden können, als dass das Geschäft in der Hand von jemandem bleibt, mit dem ich genetisch verbunden bin.“

STIHL in den USA

In über 160 Ländern hat STIHL Vertretungen, in 44 mit eigenen Vertriebsgesellschaften. Die USA bilden mit einem Umsatzanteil von rund einem Drittel den wichtigsten Einzelmarkt für STIHL. Das war nicht immer so: Die ersten Kontakte, die Unternehmensgründer Andreas Stihl 1937 vor Ort knüpfte, machte der Zweite Weltkrieg zunichte. 1958 konnte schließlich der erste Vertriebspartner für STIHL in den USA seine Arbeit aufnehmen. Als erster STIHL Manager Pacific North West zeigte sich Virg Hatfield in den 1960er-Jahren umtriebig, erweiterte das Vertriebsnetz auf acht Bundesstaaten, die er in seiner eigenen Propellermaschine bereiste. Dies legte den Grundstein für die Gründung einer eigenen US-amerikanische Tochtergesellschaft im Jahr 1974: War es zu Beginn noch eine gemietete Fläche von 1.800 Quadratmetern, agiert STIHL Inc. heute auf einem Areal von circa 1,48 Millionen Quadratmetern mit rund 2.700 Mitarbeitenden.

Ein Porträtfoto von Sam Madsen.

„Mein liebstes Sprichwort stammt aus dem alten Griechenland: Gesellschaften gedeihen, wenn alte Männer Bäume pflanzen, in deren Schatten sie nie sitzen werden. Ich bin buchstäblich einer dieser alten Männer, die Bäume pflanzen.“

Sam Madsen Langjähriger STIHL Händler

Händlerfamilie

Auch Wayne Sutton ist inzwischen im Ruhestand. Noch in den 1970er-Jahren vertreibt sein zunächst kleines Motorsägengeschäft verschiedene Marken. „Aber ich merkte schnell, dass es nur eine gab, auf die ich mich wirklich verlassen konnte“, sagt er. Als exklusiver STIHL Händler wächst das kleine Geschäft in Amboy, Washington, verkauft bald 600 Sägen im Jahr – in einer Stadt mit 250 Einwohnern. STIHL wird zu Wayne Suttons zweiter Familie. Die Händler der Region treffen sich regelmäßig, machen gemeinsame Ausflüge und veranstalten Wettbewerbe. „Nach 45 Jahren sind das meine engsten Freunde. Sie haben alle irgendetwas mit STIHL zu tun.“ Familiengefühl definiert sich auch bei ihm nicht über Gene, sondern über Verbundenheit und Zusammenhalt.

Bei STIHL Fachhändlern verbindet sich die Liebe zum Produkt mit Serviceorientierung. Weltweit scheuen sie keinen Weg für guten Service. In entlegenen Gebieten Nordamerikas wird dafür mitunter sogar das Flugzeug genutzt.

Damit passt Wayne Sutton perfekt ins Gefüge der weltweiten STIHL Familie – die inzwischen in dritter Generation von Familie Stihl geführt wird. Nach 20 Jahren kann sein Geschäft kaum weiterwachsen, und so entscheidet er sich zum Wechsel: Er verkauft den Shop, gibt dem Werben der STIHL Vertriebsorganisation Nordwest nach und wird selbst Vertriebler. Als Gebietsleiter und Anwendungsspezialist ist er bis zur Rente 25 Jahre lang für die Bundesstaaten Washington, Oregon, Idaho und Alaska verantwortlich – „eine wundervolle Zeit“, wie er sagt, auf die er gerne zurückblicke.

Besonders in Erinnerung geblieben sind Wayne Sutton seine Begegnungen mit Hans Peter Stihl: „Er ist ein sehr ernsthafter Mann“, berichtet der leidenschaftliche STIHL Händler. „Dabei ist er aber neugierig, mit einer Menge unterschiedlicher Interessen – und viele dieser Interessen teilen wir. Bei jedem Treffen konnten wir uns über alles mögliche unterhalten – egal ob Viehzucht, Autos oder Motorräder. Es fühlte sich an, als wäre er mein Vater.“ Seit 1980 sammelt Wayne Sutton Motorsägen, seit 2000 hat er dafür ein eigenes Gebäude, das über die Jahre den Namen „Wayne’s Chainsaw Museum“ erhalten hat – obwohl dort nur für rund die Hälfte der über 4.000 Motorsägen in Wayne Suttons Besitz Platz ist. Seine Lieblingssäge ist ein Geschenk, das er von seinem selbsterwählten Familienoberhaupt erhalten hat: Es ist ein Modell Typ BL, gesendet von Hans Peter Stihl persönlich.

Für Wayne Sutton (im Bild rechts) ist der langjährige Unternehmenslenker Hans Peter Stihl eine Vaterfigur.

Wayne Sutton und Hans Peter Stihl geben sich die Hand.

Wayne Sutton führt gerne Besucher/-innen durch seine Sammlung und erklärt leidenschaftlich sowohl Technik als auch Geschichte von STIHL.

Wayne Sutton in einem Raum voller Motorsägen.

Verbundenheit durch Leidenschaft

Auch Sam Madsen betont die Relevanz der Familienwerte von STIHL für seine langfristige Bindung an das Unternehmen. „Für mich war die Entscheidung für STIHL sowohl ökonomisch sinnvoll als auch hinsichtlich der Familienwerte. Hans Peter Stihl war nicht nur Firmeninhaber, sondern kannte auch jedes noch so kleine technische Detail. Das haben wir bei Madsen’s kopiert: Wir wollten uns immer allumfassend um unsere Kunden kümmern, technologiegetrieben, kompetent und genau auf den individuellen Anwendungsfall zugeschnitten.“ Diese gewachsenen Verbindungen sind ein wichtiger Baustein der globalen Expansion der Marke STIHL – bereits Gründer Andreas Stihl forcierte in den 1930er-Jahren das Exportgeschäft. Es ist daher kein Zufall, dass Sam Madsen zugleich STIHL Händler und Waldbesitzer ist. Eine Wald-Generation benötigt rund 50 Jahre bis zur Reife, erläutert er: „Bäume wachsen Jahrring für Jahrring, Unternehmen wachsen Kunde für Kunde.“

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