Dynamische Motorsägen, sanft surrende Akkugeräte – hast Du Töne, vor allem ein musikalisches Gespür für den Sound of STIHL? Matche einfach das richtige STIHL Gerät mit dem passenden Sound.
Die Tonspur der Technik
Eine leise Motorsäge? Klingt doch nach einer guten Idee. Die Wissenschaft ist sich schließlich darüber einig, dass Lärm die Gesundheit schädigt. Und auch in der Gesellschaft werden leise Geräte immer beliebter. Spoiler-Alert: Die weltweit erste (und einzige) leise STIHL Motorsäge schafft es 1995 nicht zum Publikumserfolg. Im Schallmessraum des Unternehmens zeigt sich dennoch: Ein unverkennbarer Klang ist heute ein wesentliches Qualitätsmerkmal von STIHL Geräten.
Spritzig. Dynamisch. Kräftig. Performant. Genau so muss eine STIHL Motorsäge klingen. „Unsere Geräte hören sich qualitativ hochwertig an. Da darf nichts klappern, nichts scheppern oder stören. Wenn es Auffälligkeiten gibt, müssen wir ran“, sagt Marc Rifaut, seit 2023 Leiter der Gruppe Systeme, Akustik und Schwingungen bei STIHL. Störgeräuschen auf die Spur zu kommen, das erinnere ihn oft an Detektivarbeit. Wer das kleinste Klackern enttarnen will, braucht ein Ohr für die Details.
What’s that Sound?
Wie klingen unterschiedliche STIHL Geräte? Und hörst du die erste und einzige leise Motorsäge heraus? Verschaffe dir einen Höreindruck und ordne Produkt und Soundschnipsel einander richtig zu.
Schallexperten unter sich, von links: Dominik Wengner, Johannes Menzel und Marc Rifaut.
Akribie und Perfektionismus
Entsprechend gehen die acht Ingenieure und fünf Mechaniker aus der Schallentwicklung mit einem hohen Maß an Akribie und Perfektionismus ans Werk. Bei Analyse und Optimierung helfen modernste Messtechnik, mit der sich Störgeräusche lokalisieren lassen, und Geräuschprofile, die unter anderem in Anwenderbefragungen ermittelt wurden. „Es gibt klare Richtwerte, wie sich STIHL Geräte anhören müssen, an denen wir uns als Entwicklungsingenieure orientieren“, erläutert Marc Rifaut.
Marc Rifaut Gruppenleiter Systeme, Akustik & Schwingungen bei STIHL„Wir arbeiten in einem Bereich mit vielen Einflussfaktoren. Sobald etwas an der Drehzahl oder an einem Bauteil geändert wird, sind wir sofort wieder mit im Boot – weil wir die akustischen Auswirkungen dieser Änderungen bewerten.“
Von Anfang an dabei
Woher kommt das störende Geräusch? Ist es ein Bauteil, das in der Resonanz vibriert und einen Körperschall abstrahlt? Oder ist es ein Lager, das nicht ganz rund läuft? Entlang dieser Fragen geht Dominik Wengner, seit 2017 als Entwicklungsingenieur in der Abteilung Systeme, Akustik und Schwingungen beschäftigt, gezielt an einzelne Gerätebauteile heran. Wenn sich die Ursache nicht direkt beheben lässt, können Passivmaßnahmen angewendet werden. Zum Beispiel, indem absorbierende, also dämpfende Materialien eingebracht werden. „Wir finden hier immer STIHL eigene Lösungen. Die Experten für Schall und Vibration sitzen hier direkt im Haus in unserer Abteilung“, sagt Dominik Wengner stolz. Akustikmaßnahmen können Auswirkungen auf das Gesamtkonzept eines STIHL Geräts haben, deswegen ist das Team rund um Rifaut und Wengner von Anfang an im Entwicklungsprozess beteiligt.
Schall ungleich Lautstärke
Physikalisches Phänomen oder subjektive Empfindung? Schall bezeichnet messbare Luftdruckschwingungen und ist keinesfalls gleichzusetzen mit Lautstärke. Wann Schall als störender, gar belastender Lärm empfunden wird, ist dabei eine sehr persönliche, vor allem psychologische Angelegenheit. Das laute Dröhnen einer Motorsäge kann also durchaus auch Wohlgefühle auslösen.
Ganz schön komplex: Schall und Lautstärke sind zweierlei und laute Geräusche nicht immer automatisch Lärm.
Ein Schwimmbad für den Schall
Am Schallmessraum kommt indes keines der STIHL Geräte vorbei. Sie alle werden hier im „Herzstück der Schallentwicklung“ im Laufe ihrer Genese, manchmal auch noch nach Serienreife, mehrfach vorstellig und mit modernster Mess- und Analysetechnik eingängig geprüft. Auch Akkugeräte müssen übrigens in den Schallmessraum. Nicht etwa, weil sie laut sind, sondern weil auch hier unangenehme Störgeräusche den Qualitätseindruck schmälern können, weiß Dominik Wengner: „Bei der Benzinmotorsäge legt sich das Geräusch des Verbrennungsmotors wie ein Mantel über alle anderen Geräusche.“ Beim Akkuantrieb sei das anders. Hier können plötzlich andere Geräusche wie zum Beispiel ein Lüfterpfeifen oder Werkzeuglaute in den Vordergrund treten.
Im Schallmessraum werden STIHL Geräte hinsichtlich ihrer akustischen Eigenschaften geprüft.
Der mit einem Akustikschaumstoff ausgekleidete Raum steht auf einem 36 Tonnen schweren Betonfundament, das wiederum auf Elastomer-Platten lagert und so vom restlichen Bauwerk abgekoppelt ist. „Der Raum schwimmt buchstäblich im Gebäude“, beschreibt es Dominik Wengner. Wer diesen Prüfraum betritt, findet sich umgehend in einer akustischen Ausnahmesituation wieder. Durch seine Schaumstoff-Verkleidung ist der Raum sehr reflexionsarm. Er schluckt förmlich den Schall. Mit dem Bau des Entwicklungszentrums 2004 wurde der Raum integriert und ermöglicht seither immer gleichbleibende Messrandbedingungen. „Obwohl wir von zahlreichen Prüfständen umgeben sind, haben wir hier drin keinerlei Störgeräusche“, freut sich Dominik Wengner.
Unverkennbares Soundprofil
Bis 2004 sei das noch anders gewesen, erinnert sich Johannes Menzel, der 1990 bei STIHL anfängt und dort ab 1994 bis 2023 den Entwicklungsbereich Schall und Vibration leitet. Vor 2004 fuhr man schon mal mit einem Werkstattbus ins Freie und habe dort Schallmessungen durchgeführt. Aufgrund der damals wesentlich komplizierteren Messtechnikkomponenten sei das aber ein sehr aufwändiges und deshalb eher seltenes Unterfangen gewesen. Ein erster Schallmessraum entstand spätestens Anfang der 1980er-Jahre in Werk 1, im ehemaligen Hühnerstall von Mia Stihl. In dieser Zeit manifestierte sich auch das unverkennbare Soundprofil von STIHL Motorsägen. Im engen Austausch mit Anwendern aus dem Profisegment. „Die hatten schon damals einfach das beste Gefühl für die Produkte, mit denen sie arbeiten“, findet Johannes Menzel, der Anfang der 1990er-Jahre auch maßgeblich für die Entwicklung der 023 L verantwortlich war – der weltweit ersten und bis heute einzigen leisen Motorsäge.
Dominik Wengner Entwicklungsingenieur in der STIHL Gruppe Systeme, Akustik und Schwingungen„STIHL ist seit 1971 Weltmarktführer im Bereich Motorsägen – und auch wir arbeiten daran, dass das so bleibt.“
Die Vorzüge der 023 L beschreibt STIHL 1995 auch in kurzen Werbe-Clips. Hier ein Zusammenschnitt aus leisen Argumenten.
Die 023 L
Konzipiert wird sie von STIHL Anfang der 1990er-Jahre für den Hobbymarkt. Und damit für Nutzer, die bei ihrer Bedienung keinen Gehörschutz tragen wollen. Dazu gibt STIHL zunächst ein Gutachten in Auftrag. Man möchte herausfinden, wie weit der Geräuschpegel heruntermuss, damit ohne Gehörschutz gearbeitet werden kann. Das Ergebnis: 92 dB Schalldruck. Etwa so leise wie eine Elektrosäge damals. Um das zu erreichen, muss das Team rund um Johannes Menzel an jede Schallquelle der Motorsäge ran und jedes Bauteil auf den Prüfstand stellen. Rund drei Jahre nimmt die Entwicklung des Geräts in Anspruch, für das man das Umweltzeichen „Blauer Engel“ genehmigt bekommen möchte. Also reist man kurzerhand zum Umweltbundesamt nach Bonn und veranstaltet dort ein Vergleichssägen: gegeneinander antreten die 023 L und eine Elektrosäge. Der Vergleich überzeugt und begeistert. Das Umweltzeichen wird nach Erbringung der Nachweise aller Anforderungen zugesprochen und die 023 L in der Presse 1995 als „Flüstersäge“ gefeiert. Nur der Kunde will sich nicht so recht mit dem neuen Gerät anfreunden.
dB (A) Schalldruck erreicht die STIHL 023 L maximal und ist damit die leiseste Motorsäge der Welt. „Herkömmliche“ Motorsägen haben einen Schalldruck von 107 dB (A) in Europa.
Leise oder leicht?
Grundsätzlich habe die Sensibilität in Bezug auf Lärm in den letzten Jahrzehnten zumindest in Europa und besonders im urbanen Raum deutlich zugenommen, verdeutlicht Dominik Wengner. „Es gibt ja mittlerweile wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, welche gesundheitsschädigende Wirkung von Lärm ausgeht. Das beeinflusst auch unsere Entwicklungsarbeit.“ Dabei liegt heute ein klarer Fokus auf den Akkugeräten, die von Haus aus leiser sind und insbesondere bei Privatanwendern hoch im Kurs stehen. Im Profibereich ist die Lautstärke dagegen nicht das dominante Kaufargument für Kunden. Bei Motorsägen spielen eher Produktleistung und Gewicht eine übergeordnete Rolle.
dB (A) Schalldruckpegel darf eine Motorsäge in den USA maximal erreichen. In Europa gibt es in dieser Hinsicht keine Grenzwerte, dafür aber eine Kennzeichnungspflicht.
Johannes Menzel bis 2023 Leiter des STIHL Bereichs Schall und Schwingungen„Wer die Schallleistung drosseln will, muss größer bauen, entsprechend wiegt und kostet ein Gerät dann mehr. Dieses Mehr müsste der Profi bezahlen und durch den Wald tragen.“
Wie eine elektrische Schreibmaschine
Weniger Schallleistung, dafür mehr Gewicht? Dieses Dilemma scheint 1995 aber nicht ausschlaggebend dafür gewesen zu sein, dass die 023 L zum Ladenhüter wird. Erste Nutzerstimmen zum Hobbygerät lassen damals durchaus Zufriedenheit anklingen: „Ich fühlte mich erholt, nicht lärmgestresst“. Oder: „Der Kraftverlust wird durch den Flüsterton mehr als kompensiert“, heißt es da in Akzeptanztests, die Johannes Menzel in seinem „alten Schallordner“ zur Säge zutage fördert. Wie leise die 023 L ist, zeigen damals aufgestellte Relationen: Aus zehn Metern Entfernung zum Sägeort sei die 023 L zum Beispiel so laut wie eine elektrische Schreibmaschine.
Unikat und Pionierleistung
Heute lässt sich die mechanische Leistung der leisen Motorsäge in etwa mit der MSA 160 vergleichen, die es auf rund 85 dB Schalldruck bringt. 1995 sind es vor allem Emotionalitäten, die der Säge zusetzen: Sie klingt einfach nicht richtig. „Die Leute wollten eine leise Säge, aber unsere Säge hat sich halt nicht nach Formel 1 angehört“, erläutert Johannes Menzel. So oder so: Die 023 L bleibt eine Pionierleistung und ein Unikat. Ihr Scheitern beschäftigte Johannes Menzel nur kurz: „Ich habe es bedauert, aber im Tagesgeschäft warteten die nächsten Herausforderungen: Katalysator-Schalldämpfer, zum Beispiel. Ab den 00er-Jahren kamen dann sukzessive die Akkugeräte dazu und das hat fachlich unglaublich Spaß gemacht.“ Bei aller Veränderung: Die Gruppe Systeme, Akustik und Schwingungen ist in der heutigen Geräteentwicklung von STIHL relevanter denn je.
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